Lehrinhalte

Autor: Dipl.Ing Dipl.Wirtschafts.Ing Claudia Stöhler

Die Diskussion um PM-Kompetenzen der Zukunft, wie diese zu finden und zu vermitteln sind, ist ein essentieller Bestandteil des Austausches innerhalb der Fachgruppe „Projektmanagement an Hochschulen“. Die Inhalte der Lehrveranstaltungen richten sich nach den zu vermittelnden Kompetenzen, daher steht diese Definition vor der Konzeption von Lehrveranstaltungen. Die Studierenden sollten die „State-of-the-art“ Projektmanagementmethoden für ihr Fachgebiet nicht nur kennen, sondern auch in der Lage sein, situationsgerecht die richtigen Vorgehensweisen zu wählen und später im Berufsleben professionell anzuwenden. Dafür ist das nötige Wissen zu vermitteln und die Möglichkeit zu schaffen, diese sowohl auszuprobieren, als auch im Sinne einer Professionalisierung zu trainieren.

Basis sind sicher die Kompetenzelemente aus der ICB 4, aber das ist zu kurz gedacht. So finden momentan Studien- und Arbeitsgruppen statt zu Fragenstellungen wie:

  • Auswirkungen des digitalen Wandels auf die PM-Lehre – Untersuchung anhand der ICB 4. Studienergebnisse sind für 2018 geplant. Wissenschaftlicher Leiter sind Prof. Dr. Tobias Riecke von der Hochschule Münster und Prof. Dr. Dorothee Feldmüller von der Hochschule Bochum.
  • Führung im digitalen Zeitalter – was bedeutet das für das Anforderunsgprofil zukünftiger Projektmanager? So findet die Landshuter Leadership Night 2017 bereits das zweite Mal statt. Die Digitalisierung der Arbeitswelt wirkt sich auf die gesamte Wertschöpfungskette, auf Geschäftsmodelle und besonders auch auf die Unternehmensführung aus. Die Landshut Leadership Night hat sich zum Ziel gesetzt, zusammen mit Top-Managern aus Unternehmen zu hinterfragen, welche Auswirkungen die Digitalisierung insbesondere für die Führungsebene mit sich bringt. Wissenschaftlicher Leiter ist Prof. Dr.-Ing. Hubertus C. Tuczek, der zusammen mit Dr. Wolfgang Glitscher von der TU Berlin diesen Fragen nachgeht.
  • Internationales Projektmanagement in der Lehre – was ist gefordert, was wird gelehrt? Erfahrungsaustausch von Lehrenden mit Prof. Dr. Yvonne Schoper von der HTW Berlin.
  • Zertifizierungsstrategien für Hochschulen – Einführung von Standards in der Lehre. Leiter dieser Arbeitsgruppe ist Prof. Dr. Holger Timminger von der Hochschule Landshut. Es wird zum Beispiel der Frage des Nutzens von PM-Zertifikaten für Studierende nachgegangen. Hierzu wurde das Ergebnis einer Umfrage unter der Leitung von Prof.Dr. Dorothee Feldmüller 2016 in der PM aktuell veröffentlicht, deren Gegenstand eine Nutzenevaluation des Basiszertifikats der GPM ist (Feldmüller, 2016).

Zielkompetenzen der Studierenden, als Ausgangsüberlegung zur Festlegung von Lehrinhalten, können durch die Zusammenarbeit und im Erfahrungsaustausch mit Praktikern ermittelt werden. Hierzu sei ein Bespiel aus der Fachhochschule Kiel gegeben:

Dr. Benedikt Sommerhoff zieht einen Vergleich der momentanen Stimmung gegenüber technologischer Innovationen zu dem Spielfilm Terminator: „Wir haben Angst. Aber unsere Ängste sind diffus. Wir müssen wissen, was auf uns zukommt, um zu wissen, wovor wir uns fürchten sollten.“
Dr. Benedikt Sommerhoff zieht einen Vergleich der momentanen Stimmung gegenüber technologischer Innovationen zu dem Spielfilm Terminator: „Wir haben Angst. Aber unsere Ängste sind diffus. Wir müssen wissen, was auf uns zukommt, um zu wissen, wovor wir uns fürchten sollten.“ Bild: Weßels 2016

„Für Bachelor-Studierende der Wirtschaftsinformatik im zweiten Semester an der Fachhochschule Kiel werden im Modul Informationsmanagement neben klassischen didaktischen Ansätzen in einer seminaristischen Unterrichtsform so genannte „Aktivbausteine“ eingesetzt: Studierende erhalten zum einen die Gelegenheit, sich im Kontakt mit Fach- und Führungskräften aus der Industrie ein konkretes Bild vom Beruf der Wirtschaftsinformatikerin bzw. des Wirtschaftsinformatikers zu machen; zum anderen erarbeiten sie innovative Ansätze der Prozessverbesserung aus Sicht der IT oder mit Nutzenpotenzial für die IT und präsentieren ihre Ergebnisse öffentlich im Rahmen des Kieler Prozessmanagementforums. Diese Aktivbausteine dienen insbesondere der Berufsfeldorientierung: Durch die Informationen, die die Studierenden über die Anforderungen und Tätigkeiten von im Beruf stehenden Menschen erhalten, werden sie in die Lage versetzt, fundierte Entscheidungen bzgl. ihrer Studiengestaltung und Berufswahl zu treffen.“ (Weßels, 2015)

X-Shaped Manager
Ausgehend davon, dass bereits Grundlagenelemente zum Projektmanagement vorhanden sind, wurden von Prof. Dr. Doris Weßels Rubriken ermittelt, die unter dem Gesichtspunkt „Projektmanagement der Zukunft – Management von (Wissens-) Netzwerken“ in das Curriculum aufgenommen werden sollten. Einige Elemente sind nachfolgend benannt (Weßels, 2014, S. 86):


Quellen

  • Feldmüller, D. (2016), Studie zur Nutzenevaluierung der Basiszertifizierung (GPM), in: projekt MANAGEMENT aktuell 3/2016, Nürnberg
  • Weßels, D., Metzger, C., (2015). Die Arbeitswelt im Fokus.
  • Weßels, D., (2014). Der ››X-Shaped«-Projektmanager für vernetzte Organisationen, in: Zukunft der Wissens- und Projektarbeit: Neue Organisationsformen in vernetzten Welten. Symposion Publishing, Düsseldorf, 66–94.